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    7 months ago

    First Responder sind vor Allem Eins: Lückenbüßer für den zunehmend überlasteten Rettungsdienst, der zum Teil nur ein Symptom der zunehmenden Überforderung und Überlastung des regulären Gesundheitssystems ist.

    Dass da Ehrenamtliche als First Responder einspringen, wird nur so lange gutgehen. Irgendwann wird das Einsatzaufkommen zu hoch und die kriegen Ärger am Arbeitsplatz. (oder haben Angst davor, den zu kriegen)

    Die vom Innenminister gelobte Wichtigkeit im ländlichen Raum besteht eigentlich hauptsächlich darin, dass die Existenz der First Responder es dem Ministerium bzw. den anderen zuständigen Stellen immer weiter ermöglicht, bei der Planung und Umsetzung der eigentlich nötigen Infrastruktur auf den ländlichen Raum zu scheißen.

    • marv99@feddit.orgOP
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      7 months ago

      Und dennoch bin ich bin froh, dass wir im Dorf solche engagierten First Responder haben, die in wenigen Minuten bei Notfall zur Stelle sind.

      • trollercoaster@sh.itjust.works
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        7 months ago

        Das steht außer Frage. Aber leider führt das Vorhandensein organisierter First Responder-Einheiten, die man in Nicht-Ausnahmesituationen einfach so regulär mitalarmiert, auf lange Sicht nur zur Normalisierung der Mangelwirtschaft im Rettungsdienst. Denn das ist letztendlich nur ein (wenigstens lebensrettender) Taschenspielertrick, um den jeweiligen Einsatz in der Statistik als “Hilfsfrist eingehalten” führen zu könnnen.

        Bei mir in der Region wurde beispielsweise im Rahmen der Abwicklung eines ländlichen Krankenhauses der dortige RTW- und NEF-Standort geschlossen. Nachdem man erst kurz vorher ein paar Orte weiter (ungefähr in der Mitte zwischen dem inzwischen geschlossenen und dem nächstgelegenen RTW-Standort in die andere Richtung) einen weiteren RTW-Standort in Betrieb genommen hatte, weil die vorhandenen RTW in der Gegend regelmäßig die Hilfsfristen nicht mehr einhalten konnten. Natürlich war die Schließung des Standorts Gift für die Hilfsfristen. Gerade das fehlende NEF merkt man in einem sehr großen Umkreis. Seitdem ist sehr oft der Hubschrauber als Notarztzubringer da. Weil sie keinen Bock hatten, dass man in der Gegend keine zeitnahe Hilfe mehr bekommt, haben Leute aus dem Dunstkreis der ehemaligen Rettungswache im Rahmen der dortigen FF eine First Responder-Einheit gegründet. Darauf ruht sich seitdem die Kreisverwaltung aus. Zu wenige RTW gibt es natürlich immer noch, weil ist ja billiger.

        • marv99@feddit.orgOP
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          7 months ago

          Das find ich menschenverachtend in so einem reichen Land wie Deutschland! Gibt es den dagegen Protest auf der Straße, oder wird das einfach als gegeben hingenommen?

          • trollercoaster@sh.itjust.works
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            7 months ago

            Gegen die Schließung des Krankenhauses gab es damals vereinzelt Proteste, (nur vereinzelt, weil die Schließung sehr gut vorbereitet war, indem man das vorher jahrelang systematisch runtergewirtschaftet hat, zum Schluss war das gruselig, ein regelrechtes Geisterkrankenhaus) der Rest ging an der Öffentlichkeit mehr oder weniger unbemerkt vorbei.