Krisensitzungen in den Verbandszentralen, große Unruhe bei den Mitgliedsunternehmen: Die Berliner Koalition hat Versicherer, Fondsanbieter und Vermittler mit ihrer neuesten Volte zur privaten Altersvorsorge kalt erwischt.
Die in letzter Minute von der SPD durchgesetzte Einführung eines staatlich organisierten Standardfonds für die private Altersvorsorge hatte keiner der Lobbyisten auf dem Zettel. Am Freitag wird der Bundestag in zweiter und dritter Lesung über den Gesetzentwurf beschließen. „Die Sache ist durch, da ändert sich nichts mehr“, sagte resigniert ein Manager aus der Fondsbranche.
Sozialdemokraten, Grüne und Linke weisen seit Jahren auf Schweden als positives Beispiel hin, wo ein staatlich organisierter, preisgünstiger Fonds Gelder der Rentenversicherten anlegt. Doch bislang hatten Union und FDP in den Bundesregierungen solche Pläne immer stoppen können. Das ist plötzlich anders.
Oh nein, die armen, armen Fondsmanager!
Toll wie immer gesagt wird der Markt regelt das doch voll gut und robust und sobald dann etwas staatliches kommt ist der Markt aufeinmal zerbrechlich und kaputt.
Dann muss das ja was gutes sein
Die SPD entdeckt das soziale für sich?
Sicherlich nur ein Ausrutscher
Der Artikel ist irgendwie total aufgeregt geschrieben, aber so im detail wird gar nicht erklärt, was genau über diesen Fond bekannt ist? Ist das einfach ein weltweitgestreuter ETF, oder ein massiv politisch beeinflusstes Analgeprodukt, bei dem die Aufteilung der Aktien und anleihen subjektiv erfolgt?
Oder gibts diese infos noch nicht?
Gefährliches Halbwissen:
Wie genau die Anlageprodukte gestaltet sind steht noch nicht fest. Theoretisch dürfen die Anbieter der Altersvorsorge 1% Gebühren verlangen. Das klingt wenig, macht im Vergleich zu einem ETF Sparplan mit ~0,2% Gebühren über einen Zeitraum von 40 Jahren mehrere zehntausend Euro aus, die an den den Anbieter und nicht an den Anleger gehen. Der einzige Grund, warum sich ein Anlageprodukt mit so hohen Gebühren überhaupt lohnen könnte, ist die staatliche Förderung. Aber hier geht dann eben auch ein großer Teil der Fördersumme an die Finanzdienstleister und nicht an den Anleger.
Wenn der Staat aber nun selbst ein halbwegs gutes Produkt mit 0,5% Gebühren und auch sonst ganz guten Konditionen anbieten, dann setzt das Mindeststandards. Die privaten Finanzdienstleister müssen ein Konkurrenzfähiges Produkt anbieten, damit die Leute die Altersversorgung bei ihnen und nich beim Staat abschließen. Das macht das abzocken von uns zukünftigen Rentner schwieriger und der Finanzbranche gefällt das wohl nicht so sehr.
Edit: Ich finde Finanztip erklärt immer ganz gut zu solchen Themen. Hier ist deren Artikel zum AV Depot: https://www.finanztip.de/newsletter/aktuell#teaser1




