Der Grund für die schlechte Laune in der Gesellschaft ist der Mangel an öffentlich sichtbaren gesellschaftlichen Errungenschaften. Die Sachen die Einzelpersonen nicht selber machen können aber nutzen und nur durch Gesellschaft funktionieren - wie Kultur, Sport, Infrastruktur, Öpnv, etc. Hier kämpft der Staat darum überhaupt den Status quo zu halten bzw. hat das schon aufgegeben. Der Bereich des Lebens wo es Neuerungen gibt ist der privatwirtschaftliche. Und damit der, der vom persönlichen Einkommen abhängt und damit A) bei weitem nicht für alle verfügbar ist und b) sich nicht als Errungenschaft der Gruppe anfühlt. Man kann dazu nicht sagen:“Wir haben das geschafft.”

Was denken andere dazu?

  • brainwashed@feddit.org
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    2 天前

    Ich würde der falschen Dichotomie nicht folgen, dass etwas entweder staatliche Aufgabe ist oder Sache der Privatwirtschaft ist. Gerade Sport und Kultur ist viel “unwirtschaftliches” Engagement. Also Leute, die sich ihre Samstage um die Ohren schlagen um irgendein Turnier auszurichten. Das scheitert seltener daran, dass keine Sporthalle vorhanden wäre sondern daran, dass keine den Sportwart machen will, weil ist ja Arbeit.

    • Mangoholic@lemmy.ml
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      1 天前

      Ja das ist Arbeit und unser System erzieht uns, das man immer einen Eigennutz herausholen soll und belohnt wird nur wer wirtschaftlich und nicht sozial handelt. Das isoliert die Menschen, ganz im Gegenteil zu ihrer egtl sozialen Natur.

  • Weingeist@feddit.org
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    2 天前

    Ursache der schlechten Stimmung ist, dass die Stimmung aktiv schlecht gemacht wird.

    Medien, soziale wie klassische, funktionieren nur noch nach Engagementfarming. Und Medien sind halt wie wir die Welt wahrnehmen.

    Es geht alles nur noch von Aufreger zu Aufreger. Mit dem Ergebnis, dass alle ständig aufgeregt sind…

    Deswegen sind die ganzen Rechten gerade auch überall am Drücker: Mit dem haarsträubenden Unsinn, den die ständig von sich geben schaffen sie es zuverlässig die Schlagzeilen zu dominieren. Das fängt bei Donald Trump und macht vor dem fucking Bundeskanzler nicht halt.

    • kossa@feddit.org
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      2 天前

      Ich glaube schon auch, dass der Grund ist, dass vieles schlecht ist und es v.a. an der persönlichen Verbesserungsperspektive liegt, die oft eben nicht mehr vorhanden ist.

      Viele gesellschaftliche Versprechen werden nicht mehr eingelöst, aber es wird noch so getan als gälten sie. Das macht unzufrieden.

  • D_a_X@feddit.org
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    2 天前

    Eine Gesellschaft, die einen wie auch immer gearteten Sündenbock braucht, um sich erhaben zu fühlen, kann nicht lange funktionieren, ohne ins Faschistische abzurutschen. Keiner weiß, ob er nicht der nächste Sündenbock ist, wenn man sich am aktuellen abgearbeitet hat.
    Das führt dazu, dass man sich in die Familie zurückzieht, wenn man den eine hat. Alle anderen stehen ohne Schutzschild auf der Straße.
    Das kannst du nur auflösen, wenn man wieder lernt, miteinander zu reden, zu leben, ohne konsumieren zu müssen. Die “Volkshelden” sei es eine Fußballmannschaft, ein Grand-Prix-Sieger oder was auch immer – sind nicht die Lösung. Dritte Orte sind das Zauberwort. Aufenthaltsorte, wo man sich begegnen kann, ohne dafür Geld zahlen zu müssen.

  • dwt@feddit.org
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    2 天前

    Davon gibt’s schon immer wieder auch ein paar.

    • Solar geht durch die Decke, weil es selbst ohne Förderung sie günstigste Energiequelle ist.
    • Cannabis ist endlich nicht mehr Strafverfolgt
    • DE Ticket existiert und hat den ganzen Tarifjungel trocken gelegt und insbesondere Menschen am Stadtrand und im Umfeld von Städten massiv entlastet ….

    Gibt noch ein paar Sachen, und ja, ich will mehr, Aber….

    • 5715@feddit.org
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      2 天前

      All das fühlt sich aber willkürlich an, vieles davon ist nicht wirklich eine gemeinsame Errungenschaft, höchtens eine Art Toleranzfeld, also was Politik und Wahlvolk gerade aushält.

  • Chemo@feddit.org
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    2 天前

    Als Gegenbeispiele fallen mir jetzt so Sachen ein wie Elternzeit/Elterngeld. Das fand ich ziemlich nice und ist auch nicht soo alt. Deutschlandticket ist ja auch nice. Dazu kommt so Zeugs wie Online-Leihe in Bibliotheken, in Berlin hat die Stadt eine einzige App für alle privaten Ride-Share-Services rausgebracht (Jelbi), die Spielplatz-Ausstattung finde ich auch beachtlich, allerdings hab ich da auch keinen Vergleich. Aber ja, wahnsinnig viel ist das nicht. Auf der anderen Seite seh ich jetzt auch nicht so großen Sprünge im privatwirtschaftlichen Bereich.

  • plyth@feddit.org
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    2 天前

    Und damit der, der vom persönlichen Einkommen abhängt und damit A) bei weitem nicht für alle verfügbar ist und b) sich nicht als Errungenschaft der Gruppe anfühlt.

    Gemeinschaftsaktionen zeichnen sich dadurch aus, dass jeder macht, was er kann. Ein geringes Einkommen ist kein Problem.

    Das Problem ist, dass es die Gruppe nicht gibt, die eine Errungenschaft haben könnte. Der Kapitalismus verhindert eine Rebellion, indem die Gesellschaft in möglichst viele kleine Gruppen zerfällt. Niemand kann auf die Strasse gehen, sich aufregen, und eine Rebellion auslösen.

    Genauso entstehen aber auch keine Gruppen für andere Ziele. Erst wenn Geld Aufmerksamkeit kauft gibt es gemeinsame Prozesse.

    Ändern könnte dies eine gemeinsame Identität. Zu klären wäre, worin die Gemeinsamkeit bestehen könnte.

  • Aniki@feddit.org
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    2 天前

    Danke für deinen Beitrag, wir brauchen mehr Beteiligung hier im Forum.

    Ich denke, man kann den Grund für die schlechte Laune in der Gesellschaft nicht einfach bei einem einzelnen Punkt suchen. Zumindest dass es am Mangel gesellschaftlicher Errungenschaften liegt, glaube ich nicht. Man könnte auch vieles andere dafür verantwortlich machen, wie Überarbeitung, fehlende Zukunftsvisionen, sinkende Lohnerwartung, …