• Samsy@lemmy.ml
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    3 months ago

    Schön zusammengefasst. Mich ekelt und fasziniert diese Szene gleichermaßen. Ich kann nicht verstehen wieso häufig sozial (mMn falsch) entwickelte Strukturen ständig mit Evolution und theologischem Unsinn verglichen wird. Und warum sich verunsicherte Männer von sowas fangen lassen. Und faszinierend daran ist, wie unglaublich weit verbreitet das ist, ganz besonders in Religionen (was dem Artikel leider als Ergänzung fehlt).

    Ich komme aus einem zutiefst atheistischen Elternhaus und mir wurde niemals gesagt etwas sei ein Jungsding oder ein Mädchending. Ich habe mit Puppen gespielt, habe gelernt wie man einen Haushalt führt, putzt, kocht etc. pp. Erst ab Grundschule hieß es dann plötzlich von anderen: Jungs gegen Mädchen, Rosa gegen Blau, mit denen spielt man nicht, man darf nur Jungssachen machen usw. dazu noch die Spielzeugindustrie mit ihrem Barbie vs. Hotwheels schwachsinn.

    Was natürlich andere Eltern die ihre Kinder eben genauso erziehen befeuert und noch hinzu kommt: der Junge ist quasi ein Prinz der von vorne bis hinten bedient wird und die Tochter ist “Aschenbrödel”.

    Ich schweife ab, was ich eigentlich sagen wollte ist: man sollte nicht Kinder ständig auf die Unterschiede hinweisen sondern auf die Gemeinsamkeiten.

    • aaaaaaaaargh@feddit.org
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      3 months ago

      Man sollte vor allen Dingen auch dieses beschissene Männlichkeitsbild aus der Gesellschaft bringen. Die meisten dieser Leute da sind ja wie du sagst aus Unsicherheit in dieses Klientel gelangt. Das hat Gründe, hauptsächlich die, dass der starke Mann in den Augen der Gesellschaft keine Verwundbarkeit zeigen darf. Muss man sich mal vorstellen, da agieren viele ihr Leben lang freiwillig wie andere es vielleicht zu Kriegszeiten müssen - wobei man auch da abhauen sollte mit seinen Liebsten, anstatt an Vaterland, Ehre, Stolz und so einen Bullshit zu glauben.

    • brewbart@feddit.org
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      3 months ago

      Ich denke das “sich fangen lassen” hat viel mit fehlenden / schwachen Vorbildern zu tun, aber auch mit den regionalen bzw. umfeldbedingten krassen Disparitäten im Geschlechterverhältnis. Ich kann niemandem vorwerfen sich da hin zu verirren wenn man nie ein Verhältnis für “normale Interaktion” gelernt hat. Selbsterkenntnis und “Rettung” ist da schon schwer für einige.

      In einigen Kulturkreisen ist es ja traditionell, dass man mit jedem Geschlecht unterschiedlich umgeht (bspw Trennung im Gebetshaus) - dass man hier zu einer Männergruppe und ihren Ansichten zugehörig sein will spielt sicher auch eine Rolle

  • aaaaaaaaargh@feddit.org
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    3 months ago

    Allein schon, dass man glaubt, Frauen allgemeingültig mit einem Regelwerk belegen zu können, ist schon so grundlegend dumm. Und witzigerweise tun diese männlichen Männer am Ende nur genau das mit sich selbst, sie objektifizieren Frauen und sich selbst, um ihre individuellen Unzulänglichkeiten besser ignorieren zu können, anstatt an sich zu arbeiten, was ein ziemlicher L-Move ist.

  • luciferofastora@feddit.org
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    3 months ago

    So manche Geschlechterrollen sind ein Relikt aus einer Zeit vor moderner Medizin und industrieller Agrarwirtschaft und Textilfertigung.

    Wenn man mehr Kinder haben musst, weil die Hälfte die zerbrechlichsten Kinderjahre nicht überlebt, dann öfter schwanger sein muss, weil nicht alle die Geburt überhaupt überleben, und körperliche Belastung die ohnehin prekäre Sache noch prekärer macht, leuchtet es auch ein, warum der häufig schwangere Teil der Eltern eher (aber nicht nur!) daheim bleibt und sich dort eher um die weniger körperlichen (aber auch nicht trivialen) Dinge kümmert wie das Spinnen, Lochen, Spinnen, Putzen, Spinnen, Wasserholen, Spinnen, Weben, Spinnen, Nähen und nebenher jede Menge Spinnen weil das Verarbeiten von Fasern (Flachs oder Wolle) zu Faden einfach echt aufwendig war, aber bequemer kurz aufgenommen, weggelegt, rumgetragen, wieder aufgenommen werden konnte während man Kinder beaufsichtigt, auf den Herd aufpasst oder auch einfach mal kurz durchschnauft (aber eben nicht das Smartphone auspackt sondern eben die Spindel andreht und loslegt).

    Dass dann nur noch eine Partei bleibt um aus dem Haus zu gehen, Felder zu bestellen, Krieg zu führen und so weiter ist ja klar. Dass die körperlich entsprechend überlegene Partei damit auch Dominanz für sich beansprucht ist ein bedauernswerter Nebeneffekt.

    Aber heute ist diese Problematik in vielen Bereichen einfach nicht mehr gegeben. Bürojob kannst du auch schwanger machen, Schwangerschaft und a Geburt ist sicherer, Kinder überleben häufiger und körperliche Kraft ist in vielen Jobs eh nicht mehr ausschlaggebend. An der Biologie hat sich nicht viel geändert, aber an den Umständen.

    Und geschlechterbasierte Dominanz bringt eh keinen Mehrwert. Da würde ich ja argumentieren, dass wir eh nicht mehr nach dem Recht des Stärkeren urteilen, aber ich hab den Verdacht, dass das bei so manchen Machos kein Argument wäre…

  • Elchi@feddit.org
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    3 months ago

    Das sind ziemlich schwache Erwiderungen um es als Mythen zu bezeichnen.

    • ComfortableRaspberry@feddit.org
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      3 months ago

      Ja, war auch etwas irritiert. Nach der Erkenntnis, dass man das Gegenteil nicht einfach mit Studien belegen kann, hätte man ja auch die Strategie wechseln können…
      Wie z. Bsp. darauf eingehen, dass die Aussagen selbst unbelegt sind oder versuchen aufzuzeigen wie absurd unsere Welt wäre, würde auch nur die Hälfte von diesem Mist stimmen.

      So wie das jetzt da steht, könnte man es auch als Bestätigung dieser Idiotie auslegen, denn laut Artikel ist das Gegenteil ja nicht bewiesen.

      • aaaaaaaaargh@feddit.org
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        3 months ago

        Ich dachte, das lag beim Lesen an mir, weil ich noch nicht richtig wach war, aber das stimmt schon. Vor allen Dingen gibt es solchem Unfug auch Gewicht, wenn man sich genötigt fühlt, es faktisch zu widerlegen anstatt den Verursachern die Beweislast aufzugeben.