Der Staat oder die Stadt kann das Geld nur einmal ausgeben. Wenn enteignet wird, werden keine neuen Wohnungen gebaut. Wenn die Stadt für das gleiche Geld Wohnungen baut, gibt es viele weitere Wohnungen. Das Angebot steigt, die Mieten sinken für alle.
Warum ist Enteignung eine Option wenn Neubau für die meisten besser ist? Für mich klingt das wie die Vorbereitung von Vonovia, ihre Wohnungen auf clevere Weise zu veräußern. 60% ist nur “Verhandlungsbasis”.
Wie blickt Bayern darauf bei einem Volksentscheid in Berlin hat was von: was bedeutet das für Hessen
Und der Staat enteignet ständig, am liebsten idyllische Dörfer die so dumm waren sich in den weg einer zukünftigen Autobahn oder auf ein Braunkohle Gebiet zu bauen
Wenn der Staat enteignet zahlt er eine Entschädigung die meist deutlich über dem Marktwert liegt, damit die enteigneten nicht klagen. In Berlin wäre die Enteignung der Immobiliengiganten, aber deutlich unter Marktwert. Wenn sie damit durchkommen, dann hat das Bundesweite Auswirkungen.
Wenn ich aber aus einer Immobilie, an der ich evtl emotional hänge, enteignet werde damit dort weiter nach ewiggestrigen fossilen Brennstoffen gebuddelt werden kann oder weiter dem Autowahnsinn gefrönt werden kann, wird es mich auch nur bedingt darüber hinwegtrösten wenn die Entschädigungssumme „deutlich über dem Marktwert“ lag.
Abgesehen davon ist der Marktwert trotz idyllischer Lage oft überschaubar, wegen der Sache mit dem bevorstehenden Abriss. Die Unterlagen sind ja 30 Jahre lang im lokalen Planungsbüro auf Alpha Centauri für jedermann einsehbar gewesen, das hat dann schon Auswirkungen auf den Preis.
Unter marktwert, während der marktwert extrem inflationär ist, weil das angebot künstlich niedrig gehalten wird.
Aber wäre in diesem Fall Berlin nicht teilweise selbst daran Schuld, dass das Angebot niedrig ist? Immerhin braucht man zum Bauen auch Gründstücke. Man denke nur an so Sachen wie die verbotene Randbebauung des Tempelhofer Feldes.
Vor allem auch bei der Gebäudehöhe. Zum Beispiel ein WHH GT hat 136 Wohneinheiten pro Turm. Auf der Fläche passen auch drei Einfamilienhäuser…
Ein Markt kann nicht funktionieren wenn die Nachfrage nicht elastisch ist.
Das ist richtig und eine unangenehme Wahrheit am Wohnungsmarkt. Es gab mal eine Studie, die zeigte, dass ein Grundproblem die niedrigen Bestandsmieten sind. Wogegen Neumieten exorbitant hoch verglichen damit sind.
Also die Wohnungsfrage derartig zu verkürzen halte ich für unzulässig, die Wohnungsknappheit liegt nicht daran, dass die Kommunen keinen Bock auf Wohnraum hätten und auch nicht daran, dass dem Urban Sprawl nicht einfach freie Fahrt lassen. Die Randbebauung für das Tempelhofer Feld ist fachlich auch tatsächlich kritisch, wenn man sich anschaut wie dicht der gesamte Kontext ist.
Das geht andauernd, siehe lützerath




