Zum guten Ton des Protestes gehörten dabei Pöbeleien gegenüber Politiker:innen, die die Aufrüstung vorantreiben und eine Wiedereinführung der Wehrpflicht fordern. Die Richtung gab schon der Satiriker Martin Sonneborn am frühen Nachmittag vor. In einer Bundeswehr-Jacke über dem obligatorischen Anzug und mit einem Sternburg-Dosenbier in der Hand sprach dieser unter begeisterten Jubelrufen von „Friedrich-Fotzenfritz-Merz“ und witzelte:
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„Merz leck Eier? Er kann auch an der Ostfront sterben gehen“.
Doch es blieb nicht nur bei Provokationen. Inhaltlich kritisierte etwa ein Redner der Verdi-Jugend gleich zu Beginn die massive Kürzungspolitik, die „ein Ausmaß wie die Agenda 2010“ habe. Die Merz-Regierung erleichtere Kettenbefristungen, niemand in seinem Alter glaube noch an eine sichere Rente, sagt der junge Redner. „Und jetzt sollen wir in den Schützengräben der Zukunft unseren Tod finden? Nicht mit uns!“ Es sei die Aufgabe der Gewerkschaften, beim Kampf gegen die Kürzungen nicht über die Aufrüstung zu schweigen. Unter Applaus solidarisierte er sich mit den Schüler:innenprotesten in Frankreich, was im Laufe des Abends immer wieder Thema wurde.
Die Gefahr mit der Rüstungsspirale und der Suche nach Kriegen für die tollen Geräte, wie der Israeli sagte, die Gefahr sehe ich auch. In der Zukunft.
Im Jetzt sehe ich ständige Anschläge in Deutschland und Europa, die durch Russland gesteuert werden. Ein sogenannter asymmetrischer Krieg.
Gegen den und gegen Drohen (fliegend, fahrend, laufend) sind wir militärisch nicht gut aufgestellt. Die Kriegsführung hat sich massiv geändert und da sind wir schwach.
Eine Kriegsgefahr sehe ich schon. Putin/ Russland ist nicht dafür bekannt oft am Verhandlungstisch zu sitzen. Oder Versprechen einzuhalten.
Einen assymetrischen Krieg führt man aber halt auch nicht mit Artillerie ¯\_(ツ)_/¯
Ich würde sagen, wegen unserer Artillerie versucht russland überhaupt erst einen asymmetrischen statt eines symetrischen krieges zu führen.
Wäre Deutschland eine „offene Gesellschaft mit Rückgrat“, ohne Rechtsruck und Sozialkürzungen, wäre es aber vielleicht was anderes. Aber für dieses Deutschland kämpfen? „Nein, danke.“


